26.06.2026, An ihrer heutigen Preisverleihung hat die Schweizerische Akademie für Qualität in der Medizin SAQM drei wegweisende Qualitätsprojekte mit dem FMH-Qualitätspreis Innovation Qualité prämiert: das Projekt «AdvantAGE: Sicherer Übergang vom Spital nach Hause: APN-geführte, integrierte geriatrische Versorgung», das Projekt «Safety by Structure», ein standort- und berufsgruppenübergreifender Standard für klinische Übergaben, sowie die interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für erwachsene «Childhood Cancer Survivors». Die Qualitätsorganisation der FMH würdigt damit innovatives und praxiserprobtes Qualitätsschaffen, welches die Gesundheitsversorgung der Schweiz voranbringt.
Für die fünfte Ausgabe der Innovation Qualité hatten sich 60 Qualitätsprojekte aus der ganzen Schweiz beworben. Dieses überwältigende Echo zeigt, wie viele Fachpersonen sich höchst erfolgreich für die Entwicklung des Gesundheitswesens engagieren. Der Qualitätspreis ist in den Kategorien «Erfolgreiche Ambulantisierung» und «Patientensicherheit» mit je 15'000 Franken dotiert, für den «Sonderpreis der Jury» werden 10'000 Franken vergeben. Auch Projekte, die in der engeren Auswahl der Jurorinnen und Juroren standen, werden auf der Preiswebsite publiziert. Die Schweizerische Akademie für Qualität in der Medizin (SAQM) und die FMH gratulieren den Gewinnerteams herzlich.
Das von der Universitären Altersmedizin FELIX PLATTER und dem Gesundheitsdepartement Basel- Stadt in Basel lancierte Projekt «AdvantAGE: Sicherer Übergang vom Spital nach Hause» verbessert die Versorgung älterer, komplex erkrankter Menschen in einer besonders kritischen Phase: beim Austritt aus dem Spital. Im Zentrum steht ein innovatives, von Advanced Practice Nurses (APN) geleitetes Versorgungsmodell, das die Betreuung nahtlos vom Spital ins häusliche Umfeld weiterführt. Bereits während des Spitalaufenthalts werden Patientinnen und Patienten identifiziert und individuell vorbereitet, anschliessend erfolgt eine kontinuierliche Begleitung zu Hause mit regelmässigen Besuchen, Koordination aller Beteiligten sowie Unterstützung im Medikamentenund Selbstmanagement. Ziel ist es, ungeplante Wiedereintritte zu reduzieren, die Selbstständigkeit zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit bei Patientinnen und Patienten und bei Fachpersonen sowie eine deutlich verbesserte Zusammenarbeit zwischen Spital, Hausärztinnen bzw. Hausärzten und Spitex. Das vom Kanton Basel-Stadt mitfinanzierte Projekt schliesst eine zentrale Versorgungslücke und gilt als wegweisend für eine integrierte, patientenzentrierte geriatrische Versorgung.
Das Universitäts-Kinderspital Zürich hat mit seinem Projekt «Safety by Structure» einen innovativen Standard für klinische Übergaben entwickelt, der die Patientensicherheit nachhaltig verbessert. Das Projekt führt mit IDEAKINEFA-PRO ein einheitliches, interprofessionelles und standortübergreifendes Vorgehen ein, das kritische Informationen strukturiert, vollständig und verständlich übermittelt. Vier klar definierte Schritte – vom fokussierten Start bis zur gemeinsamen Festlegung von Plan und Risiken – sorgen für transparente und sichere Kommunikation im klinischen Alltag. Besonders hervorzuheben ist die konsequente Einbindung von Kindern und Familien in den Informationsprozess – in Anlehnung an die Initiative «Martha’s Rule» aus den UK. Das Gewinnerprojekt führte zu messbaren Erfolgen: weniger Informationsverluste, ein deutlicher Rückgang sicherheitsrelevanter Ereignisse sowie eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen. Als verbindlicher Standard ist das Modell heute fest in den klinischen Prozessen verankert und gilt als zukunftsweisender Ansatz für eine sichere, effiziente und familienorientierte Patientenversorgung. Das Projekt ist interdisziplinär, besitzt hohe Relevanz, zeigt ein pragmatisches Vorgehen und fördert eine gemeinsame Sprache.
Das Projekt «interdisziplinäre Nachsorgesprechstunde für erwachsene Childhood Cancer Survivors» des Kantonsspitals Baselland schliesst eine wichtige Versorgungslücke in der Schweiz. Denn Dank medizinischer Fortschritte erreichen heute über 85 % der betroffenen Kinder das Erwachsenenalter – oft jedoch mit erheblichen Spätfolgen. Das ausgezeichnete Projekt bietet als Pionierprojekt eine strukturierte, individuell abgestimmte und interdisziplinäre Nachsorge: Basierend auf der früheren Therapie werden personalisierte Empfehlungen erstellt, koordinierte Untersuchungen durchgeführt und die Betreuung zwischen Spezialistinnen und Spezialisten (Kinderonkologie, Innere Medizin sowie je nach Risikokonstellation weitere Disziplinen) und Hausärztinnen und Hausärzten vernetzt. Ein zentrales Element ist der «Survivorship Passport», der Patientinnen und Patienten und Behandelnden Zugang zu relevanten Gesundheitsinformationen ermöglicht. Das Modell verbessert die Früherkennung von Folgeerkrankungen, stärkt die Gesundheitskompetenz der Betroffenen und erhöht ihre Lebensqualität. Aufgrund seines Erfolgs wurde es bereits von mehreren Spitälern übernommen und gilt als wegweisendes Leuchtturmprojekt der Krebsnachsorge.
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.
Die FMH setzt sich dafür ein, dass alle Patientinnen und Patienten in der Schweiz Zugang zu qualitativ hochstehender und finanziell tragbaren medizinischen Leistungen haben.
Im politischen Entscheidungsprozess macht sich die FMH für eine ausgewogene Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder stark und fördert die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren des Schweizer Gesundheitssystems.
Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei der FMH ist ein eidgenössisches oder gleichwertiges Arztdiplom. Ordentliche Mitglieder erwerben gleichzeitig die Mitgliedschaft in einer der Basisorganisationen.
Diese umfassen 24 kantonale Ärztegesellschaften, den Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte VSAO und den Verein der Leitenden Spitalärzte der Schweiz VLSS.
| FMH Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (Firmenporträt) | |
| Artikel 'Innovation Qualité: Drei Spita...'auf Swiss-Press.com | |
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