06.07.2026, Die Zusammensetzung elektrischer und elektronischer Geräte verändert sich rasant weg vom Metall hin zu Kunststoffen. Dies stellt neue Anforderungen ans Recycling. Gleichzeitig treiben neue gesetzliche Vorgaben in der Schweiz und Europa den Übergang vom reinen Recycling hin zu mehr Wiederverwendung voran. Swico und SENS eRecycling zeigen in ihrem aktuellen Fachbericht, wo sie die grössten Herausforderungen für das Recycling und die Wiederverwendung von Produkten sehen.
Swico Recycling hat im Fachbericht 2026 eine umfassende Auswertung von Daten der letzten zwanzig Jahre zur Verarbeitung von Elektro- und Elektronikaltgeräten (EAG) veröffentlicht. Die Analyse bestätigt einen klaren Trend: Elektronische Geräte werden immer kleiner und leichter, während gleichzeitig ihr Metallgehalt kontinuierlich abnimmt. Lag dieser vor zwei Jahrzehnten noch bei über 65 Prozent, beträgt er heute nur noch knapp 50 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Kunststoffanteil in derselben Zeit nahezu verdoppelt (vgl. Grafik 1 – Zusammensetzung SwicoMix).
Dieser «Metallschwund» in den Geräten hat direkte Folgen für das Recycling sowie die Recyclingquote wie Jon Fanzun, CEO von Swico Recycling erklärt: «Die Daten der letzten 20 Jahre lehren uns, dass Stabilität in der Zusammensetzung des Elektroschrotts eine Illusion ist. Wir müssen uns auf eine Zukunft einstellen, in der die absolute Masse an Metallen weiter abnimmt, während die Komplexität der Materialverbunde weiter steigt. Für die kommenden Jahre wird es deshalb entscheidend sein, die Technologien zur Kunststofferkennung weiter zu verfeinern. Statt immer höhere Recyclingquoten ausweisen zu wollen, müssen wir uns künftig darauf fokussieren, dass möglichst wenig technisch rückgewinnbare Wertstoffe im Abfall landen.» Das heisst: weg von reinen Mengenkennzahlen, hin zu einer präziseren, technologisch anspruchsvolleren Rückgewinnung wertvoller Ressourcen.
Obwohl sich das Schweizer Umweltrecht weitgehend am europäischen Rahmen orientiert, verfügt die Schweiz über einen eigenen rechtlichen, institutionellen und technischen Ansatz für die Entsorgung von Elektro- und Elektronikaltgeräten (EAG). Dieser wirkt sich direkt auch auf die Berechnung und Veröffentlichung der Recyclingquoten aus. Die Schweiz wendet eine methodisch strengere Praxis an als viele EU-Länder: Technologien, die kein echtes stoffliches Recycling ermöglichen oder deren Datengrundlage unzureichend ist, werden nicht angerechnet. Das führt zu realistischeren Quoten und verhindert eine Überschätzung der eigenen Recyclingleistung. Ein direkter Vergleich der Schweizer mit den europäischen Recyclingquoten ist dadurch aber nicht möglich.
Auch regulatorisch wird sich das Recycling von Elektro- und Elektronikaltgeräten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Neue internationale Vorgaben – etwa die EU-Regelungen zur Circular Economy oder die Revision des Schweizer Umweltschutzgesetzes (USG) – verschieben den Fokus vom reinen Recycling von Altgeräten hin zu mehr Wiederverwendung und zum Schutz knapper Rohstoffe. Mit verschiedenen Pilotprojekten, unter anderem im ReUse- und im Photovoltaikbereich, zeigen Swico und SENS eRecycling in ihrem Fachbericht auf, wie Produkte systematisch aus dem Abfallstrom zurückgeführt und ihre Nutzungsdauer verlängert werden können. «Damit bestätigen wir, dass Lösungen zur Wiederverwendung von Altgeräten bereits heute technisch und rechtlich möglich sind. Die grösste Herausforderung bleibt jedoch die Nachfrage nach solchen Produkten. Das gilt insbesondere in einem Hochlohnland wie der Schweiz», erklärt Pasqual Zopp, Geschäftsführer von SENS eRecycling. Der Blick nach Europa zeige ihm jedoch, dass die Herausforderungen zwar gross, aber nicht unüberwindbar sind. «Entscheidend ist, dass wir die uns bietenden Chancen entschlossen nutzen.»
Weitere Projekte, die SENS eRecycling und Swico Recycling im Jahr 2025 zur Stärkung der Schweizer Kreislaufwirtschaft initiiert und umgesetzt haben, finden Sie im aktuellen Fachbericht 2026: www.fachbericht.ch/2026
Swico Recycling ist ein nicht gewinnorientiertes Rücknahmesystem für Elektro- und Elektronikgeräte aus den Bereichen Informatik, Büro, grafische Industrie, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation (beispielsweise Kopierer, Drucker, Fernsehapparate, MP3-Player, Fotokameras, Handys) sowie aus der Mess- und Medizinaltechnik. Das Swico Recyclingsystem finanziert sich über einen marktüblichen, im Voraus erhobenen Recyclingbeitrag auf die Geräte (vRB). Dank des Recycling-Spezialfonds innerhalb des Wirtschaftsverbands Swico können Altgeräte kostendeckend rezykliert werden. Swico Recycling gewinnt Rohstoffe zurück und entsorgt Schadstoffe umweltgerecht. Bei allen Entsorgungsdienstleistungen setzt Swico Recycling hohe und schweizweit einheitliche Qualitätsstandards durch.
Medienkontakt:
Nando Erne, SENS eRecycling, Obstgartenstrasse 28, 8006 Zürich
T: +41 43 255 20 05,nando.erne@sens.ch,www.eRecycling.ch
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Stiftung SENS
Als Expertin für die nachhaltige Wiederverwertung von ausgedienten Elektro- und Elektronikgeräten in und um das Haus, Leuchtmitteln und Leuchten, Photovoltaik- Systemen, Wärmepumpen, E-Zigaretten sowie Fahrzeug- und Industriebatterien trägt die Stiftung SENS entscheidend dazu bei, zukunftsweisende Massstäbe im eRecycling zu setzen.
Sie schont Ressourcen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Die im SENS-Rücknahmesystem erbrachten Leistungen werden über einen markt- konformen vorgezogenen Recyclingbeitrag (vRB) finanziert. SENS eRecycling ist Mitglied von Pronexa, dem führenden Netzwerk für erweiterte Herstellerverantwortung in Europa, und dem weltweiten Kompetenzzentrum für Elektroschrott, WEEE Forum.
| Stiftung SENS (Firmenporträt) | |
| Artikel 'Neue Trends im eRecycling und ...'auf Swiss-Press.com | |
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